"Ökologisch sinnvolle Projekte mit unternehmerischer Kraft bündeln"
Der Vorstandsvorsitzende der Nehlsen AG, Herr Dipl. Ing. Peter Hoffmeyer, spricht im Interview über den Einstieg bei der GOMO GmbH und die Zukunft der Elektromobilität.
Weshalb ist das Thema „Elektromobilität“ für die Nehlsen AG so interessant?
Elektromobilität teilt sich in zwei Worte : Mobilität, darunter verstehen wir heute die Möglichkeit, mit vielen Menschen zusammen zu kommen, welches zu unserer Lebenskultur gehört. Wenn wir unsere Kultur in einem vernünftigen Maß erhalten wollen, ist die Mobilität dafür ein grundlegender Faktor. Wenn wir auf der anderen Seite an die Aussagen der Klimaforscher glauben, dass eine Zunahme von CO2 in der Atmosphäre unseren Lebensraum mittelfristig ernsthaft bedroht, so sehe ich mich dazwischen.
Elektromobilität können wir herstellen zu einem Großteil aus regenerativer Energie, die das Gleichgewicht in unserer Atmosphäre erhält und trotzdem Mobilität gewährleistet. Elektro oder Strom lässt sich aus Windkraft, über Photovoltaik, aus Sonnenenergie oder Wasserkraftwerke sehr emissionsarm produzieren. Wollen wir also unsere Mobilität erhalten, sind wir gezwungen, die Antriebsstränge von Autos, Motorrollern oder auch Lastwagen umzustellen.
Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob die Verkehrskonzepte noch zeitgemäß sind, die zum größten Teil auf Individualverkehr mit Verbrennungsmotoren basieren. Nehlsen sieht als Unternehmen hierin eine erhebliche Marktchance, um neue Märkte zu bedienen, die ökonomisch und ökologisch sinnvoll sind. Als großes Dienstleistungsunternehmen sehen wir uns in der Lage, viele unserer Produkte neu zu verknüpfen und damit eine neue Sparte zu eröffnen.
Sie haben sich dafür entschieden, bei der GOMO GmbH einzusteigen. Warum gerade dort? Was waren die Gründe dafür?
Die GOMO GmbH hat in der Bearbeitung von E-Tankstellen – intelligenter Bauart – im öffentlichen sowie im privat/gewerblichen Bereich internationale Marktführung erarbeitet, sodass die Entscheidung leicht fiel. Das Erreichen eines hohen technischen Standards zur Markteinführung ist gelungen und die Entwicklung werden wir im Laufe der nächsten zwei Jahre sehen. Um die Elektromobilität gesamtheitlich zu fördern war es absolut notwendig, diesen hohen Standard zu erreichen, um zum Zeitpunkt des Markteintritts nicht über die Technik zu stolpern.
Der zweite Grund ist die technische Perfektion verbunden mit der Bereitschaft, sich auch um Gesamt-Verkehrskonzepte für Regionen zu kümmern. Elektromobilität ist keine Zauberlösung, sondern wird in Kombination mit neuen Verkehrskonzepten erst das gesteckte Ziel einer emissionsarmen Mobilität erreichen.
Der drittee Grund: Die Gesellschaft bietet einem großen etablierten Dienstleister eine gute und sinnhafte Ergänzung, da die Ziele aus Nehlsen ProKlima und die Ziele von GOMO sehr gleich sind. Im Klartext heißt das, dass man ökologisch sinnvolle Projekte mit unternehmerischer Kraft bündelt, um sie zu realisieren. Am Ende führt es zu einem ökologischen und ökonomischen Nutzen.
Welche Entwicklung wird das Thema „Elektromobilität“ in den nächsten fünf Jahren nehmen?
Elektromobilität wird sich über die Batterietechnik ab 2012 sprunghaft entwickeln. Die negativen Folgen des Klimawandels können aus meiner Sicht weltweit die Politik dazu bewegen, dem Klima mehr Gewicht zu geben und es als Lenkungsinstrument für nachhaltige Entwicklung einzusetzen. Die Megastädte dieser Erde werden schneller als geplant auf Verbrennungsmotoren gänzlich verzichten und den Individual- und auch öffentlichen Verkehr neu gestalten. Speziell Asien und Europa aber auch ganz Nordamerika werden schneller als erwartet von Verbrennungsmotoren auf Fahrrädern und Elektroroller oder auch PKW umstellen.
Die deutsche Bundesregierung wird sich mit an die Spitze dieser Bewegung setzen, da eine starke deutsche Automobilindustrie sich zukunftsfähig für ihre Konsumenten aufzustellen hat. Wollen wir in Deutschland die Arbeitsplätze in der Automobilindustrie erhalten, wird es nur mit zukunftsorientierten Techniken gelingen.
Wie muss „Elektromobilität“ Ihrer Meinung nach in Zukunft aussehen, um für die Menschen interessant zu sein?
Die Elektromobilität wird einer neue Mischung aus Individual- und öffentlichem Verkehr gerecht werden. Die Städte werden in naher Zukunft durch Landflucht schneller wachsen, was bereits in Asien, in der Türkei und in vielen anderen Schwellenländern der Fall ist. Um die Mobilität, die wir als Lebensfreude und Lebenskultur ansehen zu erhalten, wird an neuen Verkehrskonzepten kein Weg vorbeiführen.
Langstreckentransporte werden auf anderen Verkehrsmitteln stattfinden wie die innerstädtischen Kleintransporte und das Thema car sharing wird in 20 Jahren per Handybestellung das normalste der Welt sein. Das Besitzen eigener PKW und der Status Auto wird sich zu Gunsten von CO2 Emissionen und anderen Werten verändern. Mobilität der Vergangenheit war Status und Bequemlichkeit, Mobilität der Zukunft wird Kommunikation und neue Umgangsformen prägen. Kleine Autos oder mit Stromleitungen bestehende Autobahnen werden schneller realisiert als bisher geglaubt. Die Technik der Elektromobilität wird dahin wachsen, dass Fahrzeuge von selbst fahren und damit dem Fahrspaß von heute begegnen.
Sie persönlich sind ja auch Umweltbotschafter, was ist für Sie besonders wichtig?
Meine Botschaft ist klar: Energieeffizienter Technik gehört die Zukunft Ressourcenschonende Technik wird in Unternehmen noch viel zu selten eingesetzt. Dabei können Firmen im Schnitt 20 % ihrer Energie sparen. Eine Energieanalyse deckt diese Einsparpotentiale auf und wird von der KfW Bankengruppe mit bis zu 80 % gefördert. Die Bremer Energie-Konsens, ein breites Netz kompetenter Partner, hilft uns dabei.
Dipl. Ing. Peter Hoffmeyer, Vorstandsvorsitzender der Nehlsen AG |